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DAX scheitert an 100-Tage-Linie: ASML und US-CPI als Katalysatoren

Frank Sohlleder
14. October 2026

Ausbruchsversuch gescheitert: DAX prallt an der 100-Tage-Linie ab!

 

Der deutsche Leitindex hat im Ringen um eine nachhaltige Trendwende einen herben Dämpfer kassiert. Zwar startete der DAX dank leicht nachgebender Ölpreise und einer spürbaren Beruhigung am Rentenmarkt hochdynamisch in den Dienstag und durchbrach im Tageshoch mit 25.453 Punkten kurzzeitig die stark umkämpfte 100-Tage-Linie. Doch die anfängliche Euphorie verpuffte rasch. Bis zum Handelsschluss bröckelten die Gewinne komplett ab, sodass der Index mit einem minimalen Abschlag von 0,07 Prozent bei 25.260 Zählern schloss. Damit verharrt das Börsenbarometer weiterhin in einer zähen Seitwärtsspanne, regelrecht eingeklemmt zwischen der 200-Tage-Linie auf der Unterseite und dem gleitenden 100-Tage-Durchschnitt, der sich als massiver Deckel erweist.

 

Banken-Mix und Tech-Schwäche: Halbleiter geraten massiv unter Druck

 

Auf Unternehmensebene hinterließ der Start der US-Berichtssaison ein fundamentales Zerrbild. Während Goldman Sachs die Markterwartungen übertraf, sendete JPMorgan enttäuschende Signale, was die erhoffte Rally im Keim erstickte. Gravierender wog jedoch eine aufflammende Schwäche im globalen Technologie- und Halbleitersektor, die auch die Wall Street tief ins Minus drückte. Auf dem Frankfurter Parkett zählten infolgedessen Infineon und Siemens Energy mit Verlusten von über zwei Prozent zu den größten Verlierern, während Symrise mit einem starken Plus von 3,1 Prozent den Tagessieg einfuhr. Flankiert wurde die trübe Stimmung von den finalen deutschen Inflationsdaten: Eine hartnäckige Teuerungsrate von 3,3 Prozent im September bestätigte schonungslos, dass der heimische Preisdruck ein präsenter Belastungsfaktor bleibt.

 

Schicksalstag für Zinsen und Tech: US-Inflation und ASML als ultimative Taktgeber!

 

Am heutigen Mittwoch steht den Finanzmärkten ein absoluter Make-or-Break-Tag bevor. Bereits vorbörslich liefert der europäische Anlagenbauer ASML mit seinen Quartalszahlen den elementaren Lackmustest für die zuletzt strauchelnde globale Chipbranche. Am Nachmittag folgt dann das makroökonomische Herzstück der Handelswoche: Die US-Verbraucherpreise. Angesichts einer vom Markt mit über 80 Prozent eingepreisten Fed-Zinserhöhung im Dezember gleicht dieser Datenpunkt einem Ritt auf der Rasierklinge. Die alles entscheidende Kernfrage lautet: Liefern überzeugende ASML-Zahlen und unerwartet kühle US-Inflationsdaten die doppelte Schubkraft für einen charttechnischen Befreiungsschlag über die 100-Tage-Linie? Oder entfachen ein heißer Preisbericht, enttäuschende Tech-Bilanzen und der hochvolatile Ölpreis einen toxischen Mix, der den DAX gnadenlos in Richtung seiner Doppeltiefs abwärts reißt?

 

 

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