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Verschnaufpause: DAX verharrt in Seitwärts-Starre

Frank Sohlleder
06. October 2026

Verschnaufpause nach der Erholungsrally: DAX verharrt in Seitwärts-Starre!


Nach dem fulminanten Befreiungsschlag zum Wochenausklang hat der deutsche Leitindex zum Start in die neue Handelswoche eine spürbare Verschnaufpause eingelegt. In einem impulsarmen Seitwärtsmarkt schloss der DAX mit einem minimalen Plus von 0,06 Prozent bei 25.246 Punkten. Dabei prallte das Börsenbarometer im Tagesverlauf an der Hürde von 25.325 Zählern ab und beendete den Handel damit den zweiten Tag in Folge unter der viel beachteten 100-Tage-Linie. Es fehlte dem Markt schlichtweg der Anschlussimpuls, um die dynamische Freitags-Rally fortzusetzen. Stattdessen würgten hartnäckige Belastungsfaktoren die Kauflaune rasch wieder ab: Ein hohes Ölpreisniveau von über 100 US-Dollar beim Brent-Rohöl, kletternde Anleiherenditen in Europa und schwelende politische Unsicherheiten in Deutschland, Frankreich und Spanien hielten die Investoren konsequent an der Seitenlinie.

Rheinmetall glänzt im trüben Umfeld: Charttechnische Hürden bleiben hoch


Auf Unternehmensebene trotzten ausgewählte Titel der allgemeinen Lethargie. Der Rüstungskonzern Rheinmetall setzte sich mit einem kräftigen Plus von 2,4 Prozent auf 980 Euro an die DAX-Spitze, gefolgt von Fresenius Medical Care und Volkswagen. Zeitgleich richteten sich die Blicke auf die Deutsche Telekom, die in Bonn mit ihrem KI-Investorentag den aktuellen Technologie-Fokus der Branche bediente. Charttechnisch bleibt die Lage angespannt: Ein erstes valides Entspannungssignal generiert der Leitindex erst mit einer nachhaltigen Rückeroberung der 100-Tage-Linie bei rund 25.398 Punkten, während ein klares Kaufsignal den Sprung über das Vorwochenhoch erfordert. Nach unten sichert weiterhin die 200-Tage-Linie am Vorwochentief bei 24.832 Zählern ab.

Stresstest für die Konjunktur: Deutsche Aufträge und US-Arbeitsmarkt im Fokus


Für den morgigen Dienstag rückt das fundamentale makroökonomische Bild rasant in den Mittelpunkt. Bereits am frühen Morgen liefern die deutschen Auftragseingänge für den August den ersten harten Datenpunkt der Woche. Fällt der prognostizierte Rückgang von 1,0 Prozent drastischer aus, drohen die konjunkturellen Sorgenfalten für die heimische Industrie tiefer zu werden. Parallel dazu wird die Auktion deutscher Bundesschatzanweisungen am Mittag offenlegen, wie stark der aktuelle Renditedruck am Anleihemarkt tatsächlich ausfällt. Am US-Nachmittag folgt mit dem ADP-Arbeitsmarktbericht der nächste kritische Prüfstein. Die alles entscheidende Kernfrage lautet: Bestätigt der ADP-Bericht die Abkühlung und nährt damit weiter die zinssenkende Logik, dass schlechte Jobdaten gute Aktien-Nachrichten sind, oder entfacht der Mix aus heimischer Industrie-Schwäche und hohen Zinsen erneuten Verkaufsdruck?

 

 

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